Psychosoziale Auswirkungen

Neben den körperlichen, neuropsychologischen und psychologischen Folgen einer Aphasie, ergeben sich in aller Regel auch erhebliche Veränderungen im psychosozialen Bereich bei Aphasikern und deren Angehörigen.

• Veränderungen in der familiären Situation

Das hirnschädigende Ereignis trifft nicht nur den Betroffenen selbst, sondern die ganze Familie. Oft müssen die Angehörigen zusätzliche Aufgaben und Verantwortung übernehmen. Dies führt gerade in der Anfangszeit zu immensen psychischen Belastungen. Aufgrund des fehlenden Wissens über Aphasie kommt es nicht selten zu unrealistischen Hoffnungen in Bezug auf den Heilungserfolg sowie zu einem unangemessenen Umgang mit dem Betroffenen. Die Angehörigen fühlen sich in dieser neuartigen Situation oft auf sich alleine gestellt und überfordert. Gesteigerte Reizbarkeit, Angst, Hilflosigkeit und Depression können die Folge sein.

• Soziale Veränderungen

Betroffene Familien berichten häufig, dass sich Freunde und Bekannte (vermutlich aus der eigenen Unsicherheit heraus) von ihnen distanzieren. Auf der anderen Seite ist es aufgrund der eingeschränkten Sprachfähigkeit gerade für Aphasiker schwer, neue Kontakte zu knüpfen. Aufgrund der sprachlichen Auffälligkeiten werden Betroffene von ihren Mitmenschen oft als betrunken oder geistig behindert eingestuft. Dies führt dazu, dass sich viele Aphasiker aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Depression ist nicht selten die Folge daraus.

• Berufliche Veränderungen

Die Folgen einer Hirnschädigung verwehren vielen Betroffenen die Rückkehr in das Berufsleben und bringen eine frühzeitige Berentung mit sich. Neben den z.T. nicht unerheblichen finanziellen Einbußen, die damit verbunden sind, stellt sich bei den Betroffenen häufig auch ein Gefühl der Wertlosigkeit und Nutzlosigkeit ein.