33 Aphasie als neuronale Netzwerkerkrankung: Implikationen für die sprachtherapeutische Arbeit und das Potenzial für den Einsatz von nicht-invasiver Hirnstimulation – Referentin: Sandra Martin

Datum: 21.03.2020 | Zeit: 13:30 - 16:30 | Freie Plätze: 15
Veranstaltungsort: Neue Universität Würzburg - Sanderring




WORKSHOP für Therapeuten

33 Aphasie als neuronale Netzwerkerkrankung: Implikationen für die sprachtherapeutische Arbeit und das Potenzial für den Einsatz von nicht-invasiver Hirnstimulation –
Referentin: Sandra Martin

Untersuchungen mittels moderner Bildgebungsverfahren weisen auf die neuronale Organisation von Sprache in Form eines großflächigen Netzwerks hin. Nach einer akuten Störung des Netzwerks durch einen Schlaganfall findet eine Reorganisation statt, die verschiedene sprachliche, aber auch nicht-sprachliche Regionen für die Spracherholung involviert. Klassische Aphasiesyndrome wie die Broca- oder Wernicke-Aphasie, die nach einer akuten Netzwerkstörung z.B. durch einen Schlaganfall auftreten, resultieren demnach nicht aus der Schädigung von isolierten Regionen, sondern aus der Summe der durch den Infarkt gestörten Netzwerke.

Im Workshop werden aktuelle Forschungsergebnisse zur Reorganisation von sprachlichen und nicht-sprachlichen Netzwerken bei Aphasie nach Schlaganfall vorgestellt. Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen sollen daraus ableitbare Implikationen für eine moderne und evidenzbasierte Aphasietherapie diskutiert und das Potenzial verschiedener Therapieansätze besprochen werden. Abschließend wird auf den Einsatz von nicht-invasiven Hirnstimulationsverfahren wie der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) und der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) begleitend zur Sprachtherapie eingegangen. Diese bieten die Möglichkeit, Reorganisationsprozesse sowohl innerhalb des Sprachnetzwerks als auch netzwerkübergreifend nachhaltig zu unterstützen. Die TeilnehmerInnen des Workshops lernen die verschiedenen Verfahren, Einflussfaktoren auf deren Anwendung und zukünftige Einsatzmöglichkeiten der nicht-invasiven Hirnstimulation im Bereich Aphasie kennen.

Vita: Sandra Martin

Sandra Martin ist Klinische Linguistin (BKL) und war mehrere Jahre als Sprachtherapeutin in der neurologischen Rehabilitation tätig. Derzeit promoviert sie am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig zum Thema „Neuronale Reorganisationsprozesse bei Aphasie und deren Modulation mit non-invasiver Hirnstimulation“.

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